Am Wochenende habe ich wieder einige Topinambur ausgegraben und möchte euch deshalb diese leckere Knolle etwas näher bringen.

Die Topinambur zählt zur selben Gattung wie die Sonnenblume, ihre Blüten sind kleiner, sehen denen der Sonnenblume aber ähnlich.

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Die Topinambur vermehrt sich hauptsächlich durch ihre Rhizome (Wurzeln) die von der Ursprungspflanze immer weiter wandern und dabei immer neue Pflanzen mit weiteren Rhizomen produziert. Die Rhizome wachsen knollenartig und sind essbar.

Optisch erinnert so eine Knolle an Ingwer oder auch an Kartoffeln, zubereitet werden die Tobinambur wie Kartoffeln als Auflauf, Puffer, Salat, gebraten oder frittiert.. im Gegensatz zu Kartoffeln können Topinambur aber auch roh verzehrt werden.

Geschmacklich erinnert die Topinambur an Artischocken, vorallem im gekochten Zustand. Roh schmeckt sie eher nussig.

Im Badischen werden die Knollen zu Topinamburschnaps gebrannt, auch „Rossler“ genannt. Der schmeckt zwar grauenhaft 😛 soll aber gut für die Verdauung sein 😉

Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe (z.B. Inulin)  wird sie für Diabetiker und zum Abnehmen empfohlen. Sie sättigt sehr gut. Das mit dem Abnehmen klappt aber natürlich nur wenn man die Topinambur nicht im Fett badet und sich auch sonst gesund ernährt 😛

Da sie nach der Ernte schnell austrocknet und somit schlecht lagerbar ist, wurde die Topinambur von der Kartoffel verdrängt, ist aber jetzt wieder auf dem Vormarsch.


Gepflanzt habe ich sie weil die Topinambur eine große Ernte ohne viel Aufwand versprach, kein Düngen, kein Zuschneiden, kein Unkraut zupfen…. einfach nur einpflanzen und ernten, das ist genau nach meinem Geschmack 😀

Der zweite Grund war, dass ich noch ein Wintergemüse gesucht habe, welches ich den ganzen Winter frisch ernten kann. Wie oben schon geschrieben ist die geerntete Topinambur zwar schlecht lagerbar, da sie aber frosthart ist, kann sie vom Herbst bis ins Frühjahr nach Bedarf immer frisch ausgegraben werden. Die verbliebenen Knollen treiben im Frühjahr einfach wieder frisch aus.

Die diesjährige Topinambur-Ernte wird sicher den Ertrag aus dem letzten Jahr toppen, dabei habe ich schon im letzten Jahr einige Kilo der leckeren Knolle an die Tafeln gespendet.

Vor vier Jahren habe ich die Topinambur auf einem kleinen Beetabschnitt in unserem Garten gepflanzt. Nach einiger Lektüre und in weiser Voraussicht habe ich um das Beet einen Graben gezogen, damit mir die Rhizome der Pflanze nicht durch den ganzen Garten wandern.

TIPP: Auch auf dem Balkon lassen sich die Topinambur in Töpfen ziehen, dort besteht auch nicht die Gefahr, dass sie sich unkontrolliert verbreiten.

Von den acht eingegrabenen Knollen konnte ich schon im ersten Jahr viele Kilo Ertrag ernten, der Schock kam dann aber im Frühling als die vermeintlich wenigen Reste im Boden neu ausgetrieben sind.

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Dicht an dicht standen die Topinamburpflanzen, der Ertrag im Herbst/Winter war so hoch, dass wir es nicht mehr alleine verwerten konnten, auch nicht mit Hilfe der Nachbarn. Sogar verschickt habe ich die Knollen, an Bekannte bzw. einige Forenuser von Chefkoch.de. Die Tafel war ebenfalls dankbarer Abnehmer der Topinamburflut.


An dieser Stelle möchte ich auch dafür werben, öfter mal an die Tafel zu denken wenn im Garten mal wieder zu viele Zucchini oder Tomaten wachsen oder ihr einfach mal was Gutes tun wollt.

Die Nachfrage dort steigt immer mehr, das Angebot an gespendeten Lebensmitteln aber leider nicht 😦 

Eine Tafel in eurer Nähe findet ihr übrigens hier


Die aktuelle Ernte gab es als Salat und als Teil eines gemischten Ofengemüse.

Demnächst werde ich das ein oder andere Rezept für die Topinambur einstellen, bis dahin empfehle ich euch die Topinambursuppe aus dem Blog: Küchenereignisse 😉

Habt ihr Topinambur im Garten?

Wie schmeckt euch die tolle Knolle und wie bereitet ihr sie zu?

Ich bin für jeden Tipp dankbar, schließlich warten noch einige Kilo im Garten auf ihre Verwertung 😉

 

 

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