Gibt es in eurer Nähe noch richtige Bäcker? Also wirklich echte Handwerksbäcker meine ich, nicht diese Bäckereiketten, die nur fertige Teiglinge aufbacken. Unser früherer Stammbäcker ist leider vor einigen Jahren verstorben und hatte keinen Nachfolger, so dass unsere Mannaquelle, der Holzofen unseres Stammbäckers, versiegt ist.

Vermutlich ist es auch nicht einfach, sich als kleiner Handwerksbäcker, neben dem großen Angebot an Bäckereiketten und diversen Discountern zu behaupten. GEIZ IST GEIL so denken viele und kaufen lieber billige Discounterbrötchen, viele wissen wohl gar nicht mehr, wie richtig gute Brötchen schmecken 😦 Schade eigentlich

Seither haben wir verschiedene Bäckereien durchprobiert aber keine konnte unsere Ansprüche wirklich befriedigen.

Aus der „Not“ heraus, habe ich angefangen selber Brot und Brötchen zu backen, hierhier und hier findet ihr meine Beiträge zu anderen Brot und Brötchen Varianten.

Ich teste immer wieder neue Rezepturen, um geschmacklich an die Backwerke meines früheren Bäckers ran zu kommen. Bei den Brötchen, ist mir dies gestern beinahe gelungen 😀

Beim Weißbrot übe ich noch und an die Brezel habe ich mich noch nicht ran getraut, da bin ich gerne für Rezepttipps offen, immer her damit 😀

Ich werde immer wieder gefragt, ob mir das nicht zu viel Aufwand ist, was ich anfangs ja auch vermutet hatte. Wenn man aber die Zeit rechnet, die wir benötigen, um mit dem Rad oder dem Auto zum Bäcker zu fahren, ist das selber backen auch nicht mehr Aufwand und es schmeckt besser, den Teig knetet die Maschine ja alleine 😉

Mit der Erfahrung kommt auch eine gewisse Routine, so dass der Teig schnell nebenbei bereitet werden kann. Jeden Hefeteig kann man über Nacht im Kühlschrank gehen lassen, dann reicht auch die halbe Menge Hefe und man bekommt trotzdem fluffige Brötchen.

Es ist mir schon zur Gewohnheit geworden, am Samstag schnell den Teig zu kneten, damit dieser über Nacht im Kühlschrank ruhen kann. Am Sonntag früh forme ich dann die Brötchen, lasse sie nochmal etwa eine halbe Stunde aufgehen und ab in den Ofen damit.

Natürlich gibt es viele Rezepte für Brot und Brötchen und wir probieren immer wieder mal was Neues aus, meistens aber mache ich den Teig so pi mal Daumen: Mehl, Hefe, Salz, Wasser, mehr braucht es nicht dazu, je nach Gusto kann man einen Teil des Wassers durch Joghurt, Buttermilch oder Milch ersetzen.

Auch die Auswahl der Mehlsorte ist reine Geschmackssache, so nehme ich mal reines Weißmehl, mal Vollkornmehl, mal eine Mischung aus verschiedenen Mehlen. Je nach Mehlsorte variiert natürlich die Wassermenge, also das Wasser immer nach und nach zugeben, bis der Teig die richtige Konsistenz hat und nicht mehr am Schüsselrand klebt, mit der Zeit bekommt man ein gutes Gefühl dafür.

Gestern gab es Weizenbrötchen aus normalem 405er Mehl mit einem kleinen Anteil Hartweizengries, diese Brötchen haben uns wirklich sehr gut geschmeckt und schaffen es deshalb hierher in den Blog 😉

Man nehme:

  • 450 g Mehl
  • 50 g Hartweizengries
  • etwa 300-350 ml Wasser
  • 1 TL Salz
  • 1/2 Päckchen Trockenhefe
  • zum Bestreuen: Sesam, Kümmel, Schwarzkümmel, Kürbiskerne, Käse, Chiasamen, Sonnenblumenkerne….nach Gusto

So wirds gemacht:

  1. Das Mehl zusammen mit dem Gries, dem Salz und der Hefe in die Rühschüssel geben
  2. Nach und nach das Wasser zugeben und kneten lassen bis der Teig schön geschmeidig ist und nicht mehr am Schüsselrand klebt.
  3. In einer Schüssel mit Deckel über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.
  4. Am nächsten Morgen gleich große Häufchen (ca. 90 g pro Brötchen) abstechen und zu Brötchen formen, rund länglich, geflochten, ganz wie gewünscht.
  5. Die Brötchen auf Backpapier legen, mit einem Messer einschneiden und noch etwa 30-40 Minuten gehen lassen
  6. Den Backofen samt Backblech auf der mittleren Schiene auf 250 Grad Ober/Unterhitze vorheizen.
  7. Nun die Brötchen mit etwas Wasser besprühen oder einpinseln, nach Geschmack mit Käse oder Körnern bestreuen oder auch nicht 😉
  8. Mit dem Backpapier auf das heiße Backblech legen und etwa 15 Minuten backen, je nach gewünschter Bräunung

Arbeitsaufwand: 5-10 Minuten am Vortag + 5-10 Minuten am Backtag

Backzeit: 15 Minuten    Ruhezeit: einige Stunden über Nacht und am Backtag 30 Minuten

Schon der Duft, der beim Backen durch das Haus zieht, ist den „Aufwand“ wert, frischere Brötchen bekommt man nirgends 😉 Probiert es einfach mal aus

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